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Webtracking (Analyse der Nutzung von Internetangeboten)

Viele Webseitenbetreiber nutzen Verfahren zur Analyse der Nutzung ihrer Webseiten, um Aufschluss darüber zu erhalten, welche Seiten besonders stark und welche besonderes selten frequentiert werden, welche Links auf einer Seite angeklickt werden, wie lange Nutzer auf einer Seite verweilen oder auf welchem Wege der Nutzer den Internetauftritt gefunden hat. Hierbei nutzen viele Webseitenbetreiber die Dienstleistungsangebote Dritter zur Webseitenanalyse.

Aus datenschutzrechtlicher Sicht sind viele der bekannten verwendeten Webtracking-Dienste unzulässig. Durch eine Analyse der Internetnutzung bestimmter Personen werden Nutzungsprofile im Sinne des Telemediengesetzes (TMG) erstellt. Selbst wenn lediglich die IP-Adresse eines Nutzers erhoben und gespeichert wird, ist dies datenschutzrechtlich relevant, da IP-Adressen als personenbezogene Daten im Sinne des Datenschutzrechts anzusehen sind.

Die Erstellung von Nutzungsprofilen ist nur unter engen Voraussetzungen zulässig (§ 15 Abs. 3 TMG): Nutzungsprofile dürfen ausschließlich für Zwecke der Werbung, der Marktforschung oder zur bedarfsgerechten Gestaltung der Telemedien erstellt werden. Erlaubt ist lediglich die Erstellung eines Profils unter Verwendung von Pseudonymen, wobei die IP-Adresse nicht als Pseudonym gilt. Weiterhin muss der Nutzer über die Erstellung eines Nutzerprofils und über sein Recht zum Widerspruch hiergegen unterrichtet werden. Letztlich darf kein solcher Widerspruch des jeweiligen Nutzers vorliegen.

Die Nutzung eines Webtracking-Dienstes eines dritten Anbieters stellt eine Auftragsdatenverarbeitung dar. Daher sind in diesem Fall zusätzlich die besonderen Voraussetzungen des § 11 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) zu beachten, z.B. das Vorliegen eines schriftlichen Vertrages mit dem Diensteanbieter. Bei Verarbeitung der gewonnenen Daten im außereuropäischen Ausland dürfen zudem die besonderen Voraussetzungen bei grenzüberschreitendem Datenverkehr nach § 4 b BDSG nicht übersehen werden.

Für die Einhaltung der gesetzlichen Voraussetzungen ist allein der jeweilige Webseitenbetreiber verantwortlich. Unter Umständen kann einer der Bußgeldtatbestände des § 16 TMG erfüllt sein. Da viele der angebotenen Verfahren von Webtracking-Dienstleistern nicht den datenschutzrechtlichen Vorgaben entsprechen, empfiehlt es sich, den Einsatz solcher Verfahren zu hinterfragen und bei Vorliegen eines tatsächlichen Bedarfs die Einhaltung der Rechtsnormen durch den Webtracking-Dienst genau zu überprüfen.



Die Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen
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