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Empfehlungen zur Planung, Beurteilung und Einführung von RFID-Systemen

RFID ist die Abkürzung für Radio Frequency Identification und steht für technische Verfahren, in denen miniaturisierte IT-Systeme (RFID-Chips, RFID-Tags) über Funksignale mit geeigneten Lesegeräten kommunizieren. Bei den vorherrschenden sogenannten passiven Systemen wird die dazu erforderliche elektrische Energie den RFID-Chips über das Funksignal des Lesegerätes bereitgestellt, so dass sie selbst ohne eigene Stromversorgung auskommen und sehr stark miniaturisiert werden können. Dabei ist je nach angewandter Technik eine Übertragungsreichweite von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern möglich.

Die zwischen Chip und Lesegerät stattfindende Interaktion kann stark variieren. Von der Aussendung eines einfachen Bestätigungssignals bis zur Übertragung komplexerer Datenstrukturen ergeben sich unterschiedlichste Einsatzgebiete. Weit fortgeschritten ist der RFID-Einsatz in den Bereichen Warenlogistik, Produktionsautomation und Diebstahlsicherung. Auch bei Zutrittsberechtigungssystemen, Ausweisdokumenten, Eintrittskarten für Großveranstaltungen und der Tierkennzeichnung findet die zunehmend preiswerter werdende Technologie immer häufiger Anwendung.

Da RFID neben machen Vorteilen aber auch eine Reihe möglicher Gefahren für das Recht auf informationelle Selbstbestimmung birgt, hat sich die Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder (DSB-Konferenz) bereits zweimal mit diesem Thema befasst. Die Entschließungen vom März 2004 und Oktober 2006 warnen vor unbemerkter und nicht kontrollierbarer Verarbeitung personenbezogener oder -beziehbarer Daten und rufen zu einem verantwortungsvollen, für die Bürgerinnen und Bürger transparenten und datenschutzgerechten Einsatz der RFID-Technologie auf.

Darüber hinaus hat der Arbeitskreis Technik der DSB-Konferenz die Orientierungshilfe "Datenschutzgerechter Einsatz von RFID" herausgegeben. Sie wendet sich sowohl an die Anwender als auch die Hersteller von RFID-Systemen, um zur Beachtung datenschutzrechtlicher Grundsätze bei Einsatz und Weiterentwicklung entsprechender Produkte zu motivieren. Der Leitfaden ist allerdings ebenso geeignet, Kunden und Verbraucher für die möglichen Risiken zu sensibilisieren und ihnen einen kritischen Umgang mit dieser Technik zu ermöglichen.

Da der RFID-Technologie auch eine Schlüsselrolle im "Internet der Dinge" (zunehmend verselbstständigte Informations- und Kommunikationsprozesse von Gegenstand zu Gegenstand) zukommt, sei hier auch auf die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegebene "TAUCIS-Studie" hingewiesen. Sie wurde vom "Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein" und dem "Institut für Wirtschaftsinformatik der Humboldt-Universität Berlin" erstellt und setzt sich mit der zunehmenden Allgegenwart der Informationstechnologie in allen Lebensbereichen ("Ubiquitäres Computing") und deren Auswirkung auf die informationelle Selbstbestimmung auseinander.



Die Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen
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